Ernährung und Gesundheit kontrovers

Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder

16. September 2016
von Ulrike Gonder
Keine Kommentare

Aufregende Zeiten für Freunde des Fetts

Hui, dass ich das noch erlebe, denke ich oft, wenn ich beispielswiese lese, dass immer mehr Wissenschaftler die offiziellen Ernährungsempfehlungen (z. B. DiNicolantonio, JJ et al.) in Frage stellen. Wenn endlich heraus kommt, dass vieles, was dem Fett angelastet wurde, nicht belegt war, dass man Daten geschönt, Statistiken frisiert, Unterlagen unterschlagen und Wissenschaftler gekauft hat. Dann diese Woche die Meldung über eine Studie im renommierten Medizinerblatt JAMA: Die Zuckerlobby hat Wissenschaftler offenbar dafür bezahlt, dass sie den Zucker gut und das Fett schlecht aussehen lassen (Kearns, C et al.).

Schon in den 1950er Jahren wurde gezeigt, dass das Sterberisiko steigt, wenn den Menschen gleichzeitig viel Zucker und viel gesättigte Fette zur Verfügung stehen (Verzehrsdaten hatte man damals nicht). Mit tatkräftiger Unterstützung der Zuckerindustrie verschwand der Zucker jedoch aus den Statistiken – das (gesättigte) Fett blieb als vermeintlicher Übeltäter übrig. Mit der Folge, dass immer mehr Kohlenhydrate und weniger Fett gegessen wurde. Die Folgen für die Figur und die Gesundheit sind bekannt und überall zu besichtigen.

Dass zumindest einer der JAMA-Autoren mit dem amerikanischen Zentrum für Tabakkontrolle (UCSF Center for Tobacco Control Research and Education) zu tun hat, wundert nicht, denn die aufgedeckten Machenschaften erinnern doch sehr an die unrühmlichen Aktivitäten der Tabakindustrie zur Vertuschung der Gefährlichkeit des Rauchens.

Bleibt zu hoffen dass derartige Manipulationen künftig schneller ans Licht kommen und dass sie geahndet werden. Denn bis heute sehe ich Arbeiten in der Fachliteratur, bei denen sich mir der Eindruck aufdrängt, die Ergebnisse hätten schon zu Beginn der Untersuchung festgestanden. Die Verantwortlichen von damals sind längst tot, sie können nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Die Autoren des JAMA-Berichtes fordern, industriegesponserte Studien künftig genauer unter die Lupe zu nehmen und sie nicht so hoch zu bewerten bzw. stets die Gesamtheit der Forschungsergebnisse im Auge zu haben. Mal sehen, ob das klappt und wozu es führt.

Derweil bleiben die Zeiten aufregend für Freunde der kohlenhydratlimitierten Ernährung, denn es erscheinen jetzt auch immer mehr Berichte darüber. Das ist einerseits schön, weil es die Sache bekannter macht. Andererseits wird es die Verwirrung aber erst noch einmal verstärken, weil doch gerne vor dem Weglassen der Kohlenhydrate gewarnt wird, wie jüngst auf Spiegel online. Das verwundert dann doch, denn erstens geht es ja gar nicht darum, die Carbs völlig wegzulassen und zweitens fragt man sich, was so schlimm daran sein könnte, einen Nährstoff zu reduzieren, der für den Körper nicht essenziell ist.

Das Gute am Spiegel online Beitrag ist, dass nicht alles falsch ist. Ok, das war zu böse. Also nochmal: Das Gute daran ist, dass etliches ganz gut erklärt wurde. Allerdings hätte man nach meinem Dafürhalten besser Menschen interviewt, die auch was von ketogener Ernährung verstehen. Wie die zahlreichen Kommentare zu dem Artikel zeigen, hätten manche Leser besser Auskunft geben können als die zitierten Experten.

16. September 2016
von Ulrike Gonder
1 Kommentar

Dicke Kids und Her mit dem Fett!

In den vergangenen Wochen sind zwei neue Artikel erschienen, einer, den ich geschrieben habe, und einer, für den ich interviewt wurde: In der Saarbrücker Zeitung widmete ich mich dem Thema  Dicke Kids bzw. wie frustrierend die Ergebnisse praktisch aller Abspeckbemühungen sind: sz-20160826-bwoh_6-s14-dickekids. Wenn man dann noch hört, dass die junge Generation heute zu mindestens 50 % kurzsichtig ist, weil die Augäpfel durch die viele „Bildschirmarbeit“ in die Länge wachsen (um nur ein Beispiel für weitere chronische Gesundheitsstörungen zu nennen), dann kommen einem schon heftige Bedenken hinsichtlich der Gesundheit künftiger Generationen.

Der zweite Artikel „Her mit dem Fett!“ behandelt das Thema ketogene Kost, und es war mir eine Freude, dass sich die hauswirtschaftliche Fachzeitschrift rhw dafür interessiert hat: rhwm_9_2016_seite19-21

MehrFett

30. Mai 2016
von Ulrike Gonder
4 Kommentare

Empfehlung zu fettarmer Ernährung: katastrophal für die Gesundheit!

Wer aus gesundheitlichen Gründen weniger Kohlenhydrate essen möchte, sorgt sich oft, weil dabei mehr fettreiche Lebensmittel gegessen werden dürfen, ja sogar gegessen werden sollen. Zu tief sitzen die Vorurteile gegenüber dem kalorienreichen Nährstoff, der lange Zeit für überflüssige Pfunde und allerlei Gesundheitsstörungen verantwortlich gemacht wurde. Dass diese Sorgen schon immer unberechtigt waren, habe ich in meinen Büchern, Artikeln und Vorträgen immer wieder betont. Umso mehr freut es mich, nun prominente Schützenhilfe zu bekommen: Denn immer mehr Wissenschaftler und Ärzte stellen die auch von der DGE noch immer propagierte fettarme Ernährung in Frage, ja bezeichnen sie endlich als das, was sie für viele ist: als unwissenschaftlich, weil von der Industrie beeinflusst, und als  Katastrophe für die Gesundheit.

Weiterlesen →

CoverKetoKueche_mediterran_RZ2_640x640

23. Mai 2016
von Ulrike Gonder
Keine Kommentare

KetoKüche mediterran

Noch druckfrisch und, wie ich finde, wunderschön ist das neue Kochbuch aus der Reihe „KetoKüche“ des systemed Verlags: KetoKüche mediterranBettina Matthaei aus Hamburg hat wieder wunderbare Rezepte kreiert und ich erkläre im Vorfeld, wie eine ketogene Ernährung funktioniert und für wen sie geeignet ist. Macht richtig Lust auf keto – und straft all jene Lügen, die behaupten, das schmecke nicht. Omelett à la Tapas, Pancake-Burger mit Mozzarella, Feta-Minze-Dip, Kohlrabi-Hummus, Auberginen-Involtini, Parmesan-Spinat-Suppe, Fenchel-Minz-Salat mit Pistazien, Pizza Mozzarella, Estragonhähnchen, Zucchini à la Carbonara, Fenchel mit Salsiccia, Marokkanischer Chermoulafisch und gebratener Rosmarinsellerie – das schmeckt, und zwar köstlich! Alle Rezepte arbeiten mit natürlichen Lebensmitteln – keine Fakes, keine Ersatzprodukte, kein Gluten und außer einmal Tofu kein Soja.

23. Mai 2016
von Ulrike Gonder
Keine Kommentare

Demenzprophylaxe: Kongress fordert menschlichere Medizin

Ist die Demenz ein unausweichliches Schicksal, eine unabwendbare Folge des Altwerdens? Keineswegs. Es lässt sich einiges zur Demenzprophylaxe tun, ebenso, um demenzielle Erkrankung wie z. B. Alzheimer aufzuhalten. Die Ernährung spielt hierbei eine besondere Rolle, aber auch andere Umweltfaktoren wie Schlaf, Sonne, soziales Miteinander. Um eine effektive Prävention bewerkstelligen zu können, braucht es daher auch eine menschlichere Medizin, die nicht nur nach Impfstoffen oder Medikamenten forscht, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Mehr dazu ist in meinem jüngsten Artikel für die Saarbrücker Zeitung über den Kongress Menschliche Medizin Frankfurt 2016 zu lesen.

Weitere Infos gibt es bei der Akademie für menschliche Medizin und bei der Akademie für Mikronährstoffmedizin.

18. März 2016
von Ulrike Gonder
Keine Kommentare

Wechseljahre: nicht nur „hitzefrei“

Hitzewallungen, Depressionen, Gedächtnislücken, schlaflose Nächte, trockene Schleimhäute, Falten und steigendes Gewicht – die Aussichten auf die Wechseljahre sind nicht gerade rosig, zumal sie sich über viele Jahre hinziehen können. Allerdings leiden nicht alle Frauen (aber auch etwa jeder dritte Mann) unter der hormonellen Umstellungen in der Lebensmitte: Bei etwa einem Drittel der Frauen sind die Beschwerden so heftig und anhaltend, dass sie behandelt werden sollten. Ein weiteres Drittel kommt mit leichten Unpässlichkeiten oder ein paar wenigen zusätzlichen Pfunden davon, während das glückliche letzte Drittel der Frauen die Wechseljahre symptomlos durchlebt und vielleicht sogar ein wenig abnimmt.

Ebenso lang wie die Liste der Beschwerden sind die Tipps dagegen: weniger Essen, weniger Kaffee, Alkohol und scharfe Gewürze, leichtere Kleidung, Yoga und andere Entspannungstechniken, pflanzliche Mittel wie Traubensilberkerze, Frauenmantel, Johanniskraut, Hopfen, Salbei und Mönchspfeffer und natürlich viel Sport und eine positive Einstellung zur neuen Lebensphase. Dies alles kann – zumindest bei milden Symptomen – helfen, in Form zu bleiben und die unangenehmen Nebenwirkungen der hormonellen Umstellung erträglicher zu machen. Nicht wenige Frauen kommen damit zurecht, und nach einer Weile lassen die Beschwerden nach, weil der Körper ein neues Gleichgewicht gefunden hat.

Wer glaubt, damit sei das Thema erledigt, übersieht jedoch etwas ganz Entscheidendes: Mit den Wechseljahren steigt das Risiko der Frauen für Herz- und Gefäßerkrankungen, für Osteoporose, Brustkrebs, Inkontinenz, Infektionen und Demenzen – nicht selten erst dann, wenn die Wechseljahrsbeschwerden längst vergessen sind. (Artikel erschien in leicht gekürzter Fassung am 18.3.2016 in der Saarbrücker Zeitung) Weiterlesen →

ugonder_neu.jpg

1. März 2016
von Ulrike Gonder
5 Kommentare

Milch, Licht, vegane Lebensmittel und Jod: meine Artikel in der Saarbrücker Zeitung

In den letzten Monaten lag meine Webseite ein wenig brach. Doch nun möchte ich endlich meine  Artikel, die seither in der Saarbrücker Zeitung erschienen sind, nachtragen. Es ging um spannende Themen: Wie gesund ist die Milch? Warum sollten wir uns gerade heutzutage ins rechte Licht rücken? Was ist von veganen Lebensmitteln zu halten? und Nicht nur die Schilddrüse braucht Jod! Weiterlesen →